Das 2026-27 Heimtrikot, veröffentlicht von PUMA und Borussia Dortmund, folgt nicht dem üblichen Ansatz einer einfachen Design-Aktualisierung. Vielmehr wirkt es so, als würde es die Vergangenheit einer Stadt in die Gegenwart neu zusammensetzen.
Borussia Dortmund braucht keine große Vorstellung – Industrie, Fußball, Schwarz und Gelb. Diese Elemente reichen bereits aus, um die Identität zu beschreiben. Doch diesmal geht es nicht nur darum, „was Dortmund ist“, sondern darum, „woher Dortmund kommt“.
Die Stadt ist keine Inspiration, sondern direktes Material
Zwei Orte, die vom Designteam genannt werden, sind entscheidend: die Zeche Minister Stein und das Dortmunder U.
Der eine steht für die Überreste der industriellen Ära, der andere für die kulturelle Transformation der Stadt.
Interessant ist, dass diese Elemente nicht als offensichtliche Grafiken umgesetzt werden. Stattdessen werden architektonische Strukturen und industrielle Linien dekonstruiert und anschließend in dezente Muster im Stoff integriert. Auf den ersten Blick sieht man vor allem Schwarz und Gelb – erst bei genauerem Hinsehen offenbart sich die Struktur der Stadt.
Zurückhaltend, aber inhaltlich sehr dicht.
Immer noch Schwarz und Gelb – aber mit einem anderen Gefühl
Dortmund-Trikots sind schwer „neu zu erfinden“, da die Farben Teil der Identität sind.
Daher geht es in dieser Saison nicht um radikale Veränderung, sondern um Verfeinerung. Die Texturen sind detaillierter, die Schichten dichter, und industrielle Strukturen sind im Material verborgen statt aufgedruckt.
Kurz gesagt: Es sieht immer noch wie ein Dortmund-Trikot aus, fühlt sich aber härter und strukturierter an als zuvor.
„Built Like Dortmund“ als Haltung
Der Launch steht unter dem Konzept „Built Like Dortmund“.
Auf den ersten Blick wirkt es wie ein visuelles Projekt, tatsächlich ist es jedoch eher eine Interpretationsweise: Die Art, wie die Stadt gebaut wurde, ist auch die Art, wie sie heute dargestellt wird.
Es wurde eine KI-generierte visuelle Umgebung geschaffen, die urbane Architektur und industrielle Elemente in einer futuristischen Szene kombiniert. Gleichzeitig wurden auch physische Industrie-Installationen realisiert.
Digital und real existieren nebeneinander, doch im Mittelpunkt steht nicht die Technologie, sondern die Atmosphäre.
Der Launch in drei Akten
Die Präsentation des Trikots wurde in drei Phasen gegliedert:
Der erste Stopp war Kokerei Hansa, ein ehemaliger Industriestandort. Beleuchtet verliert der Ort fast seine ursprüngliche Funktion.
Der zweite Moment war direkt und schlicht: Die Mannschaft trug das Trikot im letzten Heimspiel der Saison – ohne große Inszenierung.
Der letzte Teil fand im Signal Iduna Park statt, begleitet von Medien- und Fan-Events.
Insgesamt wirkt der Prozess weniger wie ein klassischer Produktlaunch, sondern eher wie eine schrittweise Integration des Trikots in die Stadt.
Markenbotschaft
PUMA formuliert es klar: Es geht nicht nur um ein Trikot, sondern um den Charakter Dortmunds – hart, direkt und ohne Verzierungen.
Der Verein sieht es ähnlich, jedoch emotionaler: Das Trikot steht sowohl für das Team als auch für die kollektive Erinnerung der Fans und der Stadt.
Zwei Perspektiven, ein gemeinsamer Gedanke.